Ärztinnen und Ärzte klagen häufig über Überlastung – und gerade qualifizierte Pflegefachpersonen wollen mehr Möglichkeiten, ihr Können und ihre Expertise einzusetzen. Dies zusammenzubringen, ist das Ziel der Werkstattgespräche des AK Gesundheit, Pflege und Prävention zur Delegation ärztlicher Leistungen.
Am 19. Oktober stand dabei auch die pflegerische Versorgung insbesondere von Menschen mit Demenz im Mittelpunkt. Bei der Delegation werden Aufgaben unter ärztlicher Verantwortung übertragen. Weiter geht die Substitution, bei der entsprechend qualifizierte Pflegefachpersonen bestimmte heilkundliche Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen.
„Bayern muss seine Spielräume bei der Delegation nutzen. Zugleich appelliere ich an Bund und Selbstverwaltung, die Substitution praxistauglich auszugestalten und die entsprechenden Leistungen verlässlich zu vergüten. Vorhandene Kompetenzen müssen bei den Menschen ankommen“, betonte Bernhard Seidenath als gesundheits- und pflegepolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Das Bayerische Gesundheitsministerium soll nun Kooperationen zwischen Ärzteschaft und Pflege weiter voranbringen. Ziel ist eine verlässliche Versorgung zu Hause, die Betroffene und Angehörige gleichermaßen entlastet. Kranken- und Pflegeversicherung profitieren finanziell, weil Transporte und Krankenhausaufenthalte vermieden werden.
Das von Professor Dr. Andreas Fraunhofer (Hochschule München) und Claudia Hauck (Bayerischer Landespflegerat) vorgestellte Beispiel eines verstopften Dauerkatheters zeigte: Dürften entsprechend qualifizierte Pflegefachpersonen solche Probleme verlässlich und eigenverantwortlich vor Ort in der eigenen Häuslichkeit lösen, ließen sich belastende Krankenhaustransporte und lange Wartezeiten vermeiden. Darüber hinaus ging es um frühzeitige Beratung, kontinuierliche Begleitung und eine bessere Unterstützung der Angehörigen. „Der Arbeitskreis Gesundheit, Pflege und Prävention der Landtagsfraktion wird diesen Weg weiter gehen!“, betonte Seidenath zusammen mit seiner Vertreterin Carolina Trautner.